Warum ausgerechnet jetzt
Ein Wespenvolk zieht den Sommer über Brut auf. Die Arbeiterinnen sammeln in dieser Zeit Insekten als Eiweißfutter — sie haben mit Ihrem Frühstückstisch nichts zu schaffen. Im August stellt das Volk die Brutpflege ein. Die Arbeiterinnen sind damit arbeitslos und suchen Zucker: überreifes Obst, Limonade, Kuchen.
Zwei Arten fallen dabei auf, die Deutsche und die Gemeine Wespe. Alle anderen heimischen Arten gehen nicht an menschliche Nahrung. Wer im Odenwald im Garten sitzt und Besuch bekommt, hat es fast immer mit diesen zwei zu tun.
Was am Tisch wirkt
Ablenkung funktioniert besser als Abwehr. Ein Teller mit überreifem Obst in fünf bis zehn Metern Entfernung zieht einen erheblichen Teil des Verkehrs von der Tischdecke ab. Näher aufgestellt hat er den umgekehrten Effekt.
Abdecken hilft, weil Wespen über Geruch suchen. Gläser verschließen ist mehr als Bequemlichkeit: Eine Wespe im Glas ist der häufigste Weg zu einem Stich im Mund- oder Rachenraum, und der ist medizinisch ernst zu nehmen.
Was nicht wirkt: schlagen, pusten, wegwedeln. Alle drei werden als Angriff gewertet, und die Alarmpheromone holen Verstärkung. Ruhig bleiben und die Hand langsam wegziehen ist unspektakulär und wirksam.
Warum Wespenfallen die falsche Antwort sind
Eine Falle mit süßem Lockstoff zieht Wespen aus der Umgebung heran, die sonst nicht gekommen wären. Sie erhöht damit den Verkehr in Ihrem Garten. Zugleich erwischt sie zuverlässig die Arten, die Sie nicht stören — und die zum Teil unter Schutz stehen.
Wer ein Nest an einer Stelle hat, an der es wirklich im Weg ist, sollte nicht selbst hantieren. Nester unter der Traufe, im Rollladenkasten oder im Dachstuhl lassen sich behandeln, ohne dass jemand gestochen wird. Rufen Sie an, bevor eine Spraydose ins Spiel kommt.



