Sie kommen mit dem Gepäck, nicht durch die Wand
Bettwanzen wandern nicht über Land. Sie werden getragen — in Koffern, Rucksäcken, Kleidung, gebrauchten Möbeln. Ein Befall in einer Ferienwohnung ist deshalb kein Zeichen mangelnder Sauberkeit, und dieser Punkt ist wichtig: Die saubersten Häuser sind genauso betroffen wie andere.
Was den Unterschied macht, ist die Zeit bis zur Entdeckung. Ein Einzeltier, das beim Wäschewechsel auffällt, betrifft eine Wohnung. Sechs Wochen später betrifft es das Haus, weil die Tiere über Sockelleisten und Leitungswege in Nachbareinheiten wandern.
Beim Wäschewechsel früh erkennen
Drei Stellen genügen für eine schnelle Kontrolle: die Matratzennähte, besonders am Kopfende; der Lattenrost, vor allem die Auflagepunkte und Schraubenlöcher; und die Rückseite des Kopfteils oder ein Bild über dem Bett.
Gesucht wird nicht das Tier, sondern die Spur. Dunkle, punktförmige Kotflecken auf hellem Gewebe, helle Häutungsreste, die wie leere Hüllen aussehen, und weißliche Eier in Nähten. Ein Encasing auf der Matratze hilft doppelt: Es nimmt Versteckplätze und macht Spuren auf glatter Fläche sichtbar.
Bisse allein sind kein Nachweis. Reaktionen auf Stiche lassen sich nicht sicher zuordnen — es kommen Flöhe, Milben, Mücken oder gar keine Insekten in Frage. Wer auf einen Bissverdacht hin eine Wohnung sperrt, verliert möglicherweise grundlos Umsatz.
In der Hochsaison handeln
Ein bestätigter Befall braucht eine Behandlung, und die braucht die Wohnung leer. Das ist in der Saison schmerzhaft, aber die Alternative ist teurer: Gäste, die Bisse melden, schreiben Bewertungen.
Wo die Konstruktion es zulässt, arbeiten wir mit Wärme statt Chemie. Der Vorteil ist die kurze Sperrzeit und dass keine Wirkstoffe im Raum bleiben. In altem Fachwerk prüfen wir vorher, was die Konstruktion verträgt.
Wichtig für Sie: Wir begehen immer auch die angrenzenden Einheiten und dokumentieren je Wohnung. Diese Unterlage brauchen Sie, wenn ein Gast Ansprüche stellt oder Ihre Versicherung fragt.



