Woran Sie ihn erkennen
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners leben gesellig an Eichen und wandern in charakteristischen Prozessionen den Stamm hinauf und hinab, oft in einer Reihe hintereinander. Am Stamm oder in Astgabeln legen sie Gespinstnester an — grauweiße, filzige Gebilde, in denen sich Häutungsreste und Haare sammeln.
Verwechseln kann man sie mit anderen Gespinstmottenarten, die an Weißdorn oder Pfaffenhütchen ganze Sträucher überziehen. Diese sind harmlos. Entscheidend ist der Wirtsbaum: Am Eichenprozessionsspinner ist immer eine Eiche beteiligt.
Die Bedingungen sind bei uns nicht überall gegeben. Warme, sonnenexponierte Eichenstandorte, wie sie an den Hängen zur Bergstraße vorkommen, sind eher betroffen als die kühlen Höhenlagen im Odenwaldkreis.
Warum die Haare gefährlich sind
Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen Brennhaare, die ein Eiweiß enthalten. Diese Haare brechen leicht ab und werden vom Wind verfrachtet. Sie verursachen Hautreizungen mit Quaddeln und starkem Juckreiz, Bindehautentzündungen und, eingeatmet, Reizungen der Atemwege bis zu Atemnot.
Die Haare bleiben in den Nestern lange wirksam, auch nachdem die Raupen längst weg sind — ein altes Gespinstnest ist deshalb kein harmloser Rest. Auch abgefallenes Laub unter einem befallenen Baum kann belastet sein.
Aus diesem Grund gilt: nicht anfassen, nicht abkehren, nicht mit dem Gartenschlauch abspritzen. Alle drei Handlungen setzen Haare frei und verteilen sie.
Wer zuständig ist und was wir tun
Steht der Baum auf öffentlichem Grund — Spielplatz, Schulhof, Straßenrand, Waldweg — ist die Gemeinde beziehungsweise der Waldbesitzer zuständig. Melden Sie es dort; die Kommunen im Odenwald haben dafür Abläufe.
Steht die Eiche auf Ihrem Grundstück, sind Sie verantwortlich. Die Entfernung erfolgt mit Absaugung unter Schutzausrüstung, damit die Haare gebunden bleiben; das Material wird als belasteter Abfall entsorgt. Das ist keine Arbeit für eine Leiter und einen Müllsack.



