Der Regelfall braucht keine Bekämpfung
Die meisten Ameisenarten im Garten sind nützlich: Sie vertilgen Insekten, lockern den Boden und verbreiten Samen. Ein Nest im Rasen oder unter einer Gehwegplatte ist kein Schaden, sondern eine Erscheinung — und es wandert oft nach ein oder zwei Jahren von selbst weiter.
Störend wird es, wenn Ameisen in die Küche laufen. Auch hier ist Bekämpfung meist nicht der erste Schritt: Eine Ameisenstraße folgt einem Duftpfad zu einer Nahrungsquelle. Quelle wegräumen, Pfad mit Essigwasser wischen, Zugang abdichten — in dieser Reihenfolge löst sich der größte Teil der Fälle.
Wann es ernst ist
Zwei Situationen sind anders zu bewerten. Erstens ein Nest im Mauerwerk oder in der Wärmedämmung. Ameisen erweitern dort vorhandene Hohlräume, tragen Fugenmörtel und Dämmmaterial aus und schaffen Wege, die später Feuchtigkeit und anderen Tieren offenstehen. Ein Sockelbereich, aus dem regelmäßig feiner Sand rieselt, ist ein Hinweis.
Zweitens holzzerstörende Arten. Die Braune Wegameise nistet gern in verbautem Holz, wenn es feucht ist; Rossameisen legen ihre Gänge in Bauholz an und können in Fachwerk und Dachstuhl echten Schaden anrichten. Beide finden sich dort, wo Holz schon vorgeschädigt oder dauerhaft feucht ist — die Ameise ist dann Symptom und Verstärker.
Was wirklich hilft
Bei Nestern im Bauwerk ist die Frage nicht das Mittel, sondern die Feuchte. Wo Holz und Mauerwerk abtrocknen, wird der Standort unattraktiv. Wir suchen deshalb zuerst die Feuchtequelle: Spritzwasser am Sockel, undichte Regenrinne, fehlende Sperrschicht, ein Leck.
Wo bekämpft werden muss, arbeiten wir mit Fraßködern, die die Tiere ins Nest tragen — das erreicht die Königin, ein Kontaktspray auf der Laufstraße nicht. Bei Rossameisen im tragenden Holz gehört zusätzlich eine Beurteilung des Querschnitts dazu.



