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Wildtiere · Unterscheidung

Waschbär oder Marder? Der Unterschied

Nicht jedes Poltern auf dem Dachboden ist ein Marder. Der Waschbär ist inzwischen auch im Odenwald anzutreffen — und er ist ein anderer Fall.

Ratgeber

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Marderspuren an der Dämmung eines Dachbodens

Unterscheiden lernen

Der Größenunterschied ist erheblich. Ein Steinmarder wiegt ein bis zwei Kilogramm und ist marderschlank; ein erwachsener Waschbär bringt fünf bis zehn Kilogramm auf die Waage. Das hört man: Beim Waschbären klingt es nach einem schweren Tier, oft mit einem charakteristischen Trippeln und Scharren, teils mit Rufen und Fauchen.

Der Kot ist deutlich verschieden. Marderkot ist wurstförmig mit spitz ausgezogenem Ende, acht bis zehn Zentimeter. Waschbärkot ist dicker, stumpf endend, häufig mit erkennbaren Pflanzenresten und Kernen, und wird an Latrinen gesammelt — gelegentlich in erheblichen Mengen an einer Stelle.

Die Trittsiegel entscheiden es endgültig: Der Waschbär hat fünf lange, gespreizte Zehen an Vorder- und Hinterpfote — der Abdruck sieht einer kleinen Menschenhand ähnlich. Der Marder hinterlässt fünf Zehen mit Krallen in kompakter, ovaler Anordnung.

Warum das Vorgehen anders ist

Beide unterliegen dem Jagdrecht, und für beide gilt: Vergrämen und bauliches Aussperren ist der Weg für Hausbesitzer. Der Waschbär ist zusätzlich als invasive Art eingestuft, was die Bewirtschaftungsvorgaben für die Jagd betrifft — für Sie am Haus ändert das wenig.

Praktisch ist der Waschbär schwieriger. Er ist kräftiger, geschickter und deutlich neugieriger: Er öffnet Klappen, hebt lose Ziegel, dreht Lüftungsgitter heraus. Was einen Marder aussperrt, hält einen Waschbären nicht zwangsläufig. Verschlüsse müssen mechanisch belastbar sein, nicht nur dicht.

Und die Verunreinigung ist ein eigenes Thema. Eine Waschbärlatrine auf dem Dachboden gehört unter Schutzausrüstung entfernt; im Kot können Eier des Waschbärspulwurms enthalten sein, die beim Einatmen von Staub gesundheitlich relevant sind. Trocken aufkehren ist hier ausdrücklich falsch.

Was zu tun ist

Nicht selbst auf den Dachboden steigen und aufräumen. Rufen Sie an, wir bestimmen anhand von Kot, Trittsiegel und Schadensbild, wer da ist, und koordinieren mit dem Jagdausübungsberechtigten, wenn das nötig ist.

Danach dasselbe Prinzip wie beim Marder, nur robuster: vergrämen, Auszug prüfen, dann verschließen — und die Kletterhilfen entfernen. Beim Waschbären kommen Fallrohrmanschetten und das Sichern von Dachfenstern und Klappen dazu.

Unsicher, worum es sich handelt? Rufen Sie an — meist lässt sich die Art am Telefon eingrenzen, und Sie erfahren, ob Sie warten können oder ob wir vorziehen.

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