Warum Kot das Problem ist
Taubenkot ist im frischen Zustand säurehaltig und greift Kalkstein, Sandstein, Mörtel und Metall an. An Kirchtürmen und Scheunen sitzt er meist an Stellen, an die niemand kommt — über Jahre entstehen Schichten, die Feuchtigkeit halten und die Substanz von innen schädigen. Auf Holz wirkt er zusätzlich als Feuchtequelle.
Hinzu kommt das Gewicht. Eine über Jahre gewachsene Kotschicht auf einer Zwischendecke wiegt erheblich; in alten Dachstühlen ist das eine statische Größe, nicht nur ein Ärgernis.
Hygienisch relevant ist vor allem der trockene, aufwirbelnde Kot und das Nestmaterial: Darin leben Taubenzecken und Vogelmilben, die auch in Wohnbereiche wandern, und der Staub ist atemwegsbelastend. Räumen gehört deshalb unter Schutzausrüstung und mit Feuchtbindung, nicht mit Schaufel und Besen.
Was abwehrt und was nicht
Der wirksamste Schritt ist der einfachste: Zugänge schließen. Offene Dachluken, fehlende Gitter in Turmfenstern, defekte Ortgänge und Lüftungsöffnungen sind die Eingänge. Ein sauber vergitterter Turm hat kein Taubenproblem.
An Sitzflächen wirken Spanndrähte und Spikes, wenn sie richtig gesetzt sind — vollflächig auf dem Gesims, nicht als Alibistreifen in der Mitte. Netze sind bei größeren Öffnungen die Lösung, brauchen aber sorgfältige Randbefestigung, sonst geraten Tiere dahinter und verenden.
Was nicht wirkt: Attrappen von Greifvögeln, Flatterbänder, Ultraschall. Tauben gewöhnen sich binnen Tagen. Und Füttern in der Nachbarschaft macht jede Abwehr am Gebäude zunichte — das ist in vielen Gemeinden auch untersagt.
Der rechtliche Rahmen
Verwilderte Stadttauben sind keine geschützte Art, unterliegen aber dem Tierschutzgesetz: Maßnahmen dürfen keine vermeidbaren Leiden verursachen. Abwehr ist erlaubt und der vorgesehene Weg; Vergiftung und Verletzung sind es nicht.
Während der Brutzeit ist Vorsicht geboten. Wer eine Öffnung verschließt, hinter der Jungtiere sitzen, lässt sie verhungern — das ist tierschutzwidrig. Deshalb: erst prüfen, ob Nester belegt sind, dann verschließen.
Bei Kirchtürmen und denkmalgeschützten Scheunen kommt der Denkmalschutz dazu. Vergitterungen, Netze und Spikes verändern das Erscheinungsbild und sind abzustimmen. Wir planen das mit und dokumentieren, was wo angebracht wird.



