Warum Bisse nichts beweisen
Hautreaktionen auf Stiche und Bisse lassen sich nicht sicher einer Art zuordnen. Dieselbe Quaddel kann von Bettwanzen, Flöhen, Milben, Mücken oder Kriebelmücken kommen — oder von gar keinem Insekt: Kontaktallergien, Nesselsucht und Reaktionen auf Waschmittel sehen ähnlich aus.
Auch die berühmte Reihe von drei Stichen ist kein Beweis, sondern eine Tendenz. Und Menschen reagieren unterschiedlich: In derselben Wohnung kann eine Person deutliche Quaddeln haben und eine zweite gar nichts bemerken.
Der praktische Punkt: Wer auf einen Bissverdacht hin eine Wohnung sperrt oder Möbel entsorgt, gibt möglicherweise grundlos Geld aus. Erst der Nachweis, dann die Maßnahme.
Die Spuren, die zählen
Kotflecken sind der häufigste und verlässlichste Befund: dunkle, punkt- bis strichförmige Flecken auf hellem Gewebe, die beim Anfeuchten leicht verwischen. Sie sitzen in Matratzennähten, auf dem Lattenrost und an der Rückwand des Kopfteils.
Häutungsreste sehen wie leere, hellbraune Hüllen des Tieres aus — sie bleiben lange liegen und sind ein sicheres Zeichen für eine Population, nicht für ein eingeschlepptes Einzeltier. Eier sind weißlich, etwa einen Millimeter groß und in Nähten und Ritzen verklebt.
Lebende Tiere sind flach, oval, rotbraun und etwa fünf Millimeter lang, nach der Blutmahlzeit gedrungen und dunkler. Sie meiden Licht; wer nachts mit der Taschenlampe sucht, hat die besseren Chancen.
Wo gesucht wird
Bettwanzen bleiben in der Nähe des Schlafplatzes; acht von zehn Funden liegen im Radius von etwa zwei Metern um das Bett. Die Reihenfolge beim Suchen: Matratzennähte und Etiketten, Lattenrost mit Auflagepunkten und Schraubenlöchern, Bettrahmen und Ecken, Kopfteil und seine Rückseite.
Dann der Radius: Nachttisch mit Schubladenfugen, Sockelleisten hinter dem Bett, Bilderrahmen und Steckdosen an der Bettwand, bei Polstermöbeln die Nähte. In Fachwerkhäusern kommen Balkenfugen und Deckenanschlüsse hinzu — dort ist die Suche aufwendiger.
Was Sie nicht tun sollten: sprühen. Ein Kontaktmittel aus dem Baumarkt tötet einige Tiere und treibt die übrigen in weiter entfernte Versteckplätze, auch in die Nachbarwohnung. Damit wird aus einem behandelbaren Befall ein aufwendiger.



