Rechtlicher Rahmen
Der Steinmarder unterliegt dem Jagdrecht. Er darf nicht von Privatpersonen gefangen oder getötet werden; das ist dem Jagdausübungsberechtigten vorbehalten und innerhalb bebauter Gebiete ohnehin kaum zulässig. Für Hausbesitzer bleibt damit die Vergrämung — und die baulichen Maßnahmen.
Das ist keine Einschränkung, sondern praktisch der bessere Weg. Ein entnommener Marder wird ersetzt: Das Revier bleibt attraktiv, ein anderes Tier übernimmt. Ein dicht gemachtes Dach bleibt dagegen dauerhaft marderfrei.
Marder oder Maus
Die Unterscheidung geht meist über das Geräusch. Marder poltern schwer, schleifen Material über den Boden, es kracht gelegentlich — und die Hauptaktivität liegt zwischen etwa 22 und 4 Uhr. Mäuse rascheln fein und gleichmäßig, oft direkt in der Dämmschicht und auch tagsüber.
Sicher ist es mit dem Kot: Marderkot ist wurstförmig, etwa acht bis zehn Zentimeter lang, mit spitz ausgezogenem Ende und erkennbaren Beutereste — Haare, Federn, Kirschkerne. Mäusekot ist reiskornförmig und wenige Millimeter groß. Dazu kommt beim Marder ein auffälliger Geruch und oft eine Latrine, also eine Stelle, an der sich Kot sammelt.
Der Ablauf, der funktioniert
Vergrämen zuerst: Duftstoffe, Licht, Geräusch — wirksam ist vor allem die Kombination und die Ausdauer. Ein Marder gibt einen Quartierplatz auf, wenn er dort keine Ruhe findet. Das dauert Tage, nicht Stunden.
Dann prüfen, ob das Tier ausgezogen ist. Und erst dann schließen. Zwischen etwa März und Juli ist besondere Vorsicht geboten: In dieser Zeit können Jungtiere im Haus sein, die noch nicht laufen können. Wer dann den Zugang verschließt, sperrt sie ein — tierschutzwidrig, und der Kadavergeruch im Dach begleitet Sie über Monate.
Zum Schluss die Kletterhilfen: überhängende Äste kürzen, Fallrohre mit Manschetten versehen, Rankgitter vom Dach trennen. Und die Dachhaut selbst — Marder nutzen jede lose Ziegelreihe, jede offene Ortgangkante, jedes defekte Lüftungsgitter.
Wo der eigentliche Schaden sitzt
Das Poltern ist unangenehm, aber der Schaden liegt anderswo. Marder zerren Dämmwolle auseinander, um Nestmulden zu bauen; die Dämmwirkung geht verloren. Kot und Urin durchfeuchten die Dämmung und die Deckenkonstruktion darunter, was zu Flecken, Geruch und im schlechten Fall zu Holzschäden führt. Und Kabelisolierungen werden angenagt.
Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und Datum. Bei Marderschäden an Dämmung und Verkabelung ist das oft der Unterschied zwischen Erstattung und Ablehnung durch die Versicherung — unser Protokoll gehört dazu.



